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Rücktritt aus der AfD-Fraktion HL

PRESSEMITTEILUNG: 10.06.2018

 

 

 

Sehr geehrter Vorstand, Sehr geehrte AfD-Fraktion HL, Sehr geehrte Mitglieder, Unterstützer und Interessierte,

 

 

 

ich, Marcel Enzmann, wurde am 06.05 Mai 2018 von Ihnen als 3. Kandidat für die AfD in die Bürgerschaft gewählt. Von diesem Posten trete ich nun am 10.06.2018 mit großer Enttäuschung zurück.

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Ich bin der Meinung, auch ich hätte als 3. Kandidat mit der AfD in Lübeck etwas zum Guten verändern können.

 

 

 

Die Gründe für den Rücktritt sind, dass ich eine Person sei, der man nicht vertrauen könnte.

 

So sehen es David Jenniches und Heiko Steffen aus der AfD Fraktion HL.
Sie sehen es als Täuschung und grob fahrlässig an, dass ich eine Krankheit namens Depression, die ich seit 2014 konstant im Griff habe, nicht angegeben hatte. Ich persönlich habe die Meinung, dass Themen die verarbeitet sind, nicht unbedingt aufs Papier müssen, wenn nicht explizit danach gefragt wurde. So gab es auch selbst im Bundestag immer wieder Politiker, die eine schwerwiegende Erkrankung hatten/haben. Nicht jede/r gab diese sofort Preis. Dabei waren einige sogar in ihrer Amtszeit eingeschränkt. Auch meine Fibromyalgie habe ich durch Medikamente im Griff.

 

 

 

Des Weiteren hätte jeder anhand meines Lebenslaufs erkennen können, dass ich krankheitsbedingt einige Jahre aus dem beruflichen Leben ausgestiegen war. Das ich beruflich etwas verwirklichen möchte, sieht man anhand meiner Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement, die ich seit Mai 2018 begonnen habe.

 

 

 

Ein weiterer Punkt, der mir von der Fraktion angelastet wird, ist, dass ich seit Ende 2015 großen Diskrepanzen mit unserem Nachbarn habe. Dieser hält sich nicht an Ruhezeiten und einem humanen Lärmpegel. Hierdurch gab es oft von meiner Partnerin und mir Anrufe bei der Polizei (Ruhestörung) sowie zwei Auseinandersetzungen zwischen dem Nachbarn und mir.

 

Erst letzten Samstag kam es zu einer weiteren Auseinandersetzung, wo ich mich genötigt sah aus Notwehr ein Pfefferspray einzusetzen. Zitat eines uns wohlgesonnenen Nachbarn zu mir: „Ich wohne seit 16 Jahren hier, doch seit dem dieser Mieter eingezogen ist, gibt es nur Lärm und Ärger!“

 

Die Polizei nahm diesen Fall auf. Weiteres wird noch geklärt und geprüft. Ich bin mir keiner Schuld bewusst.

 

 

 

Der dritte Punkt ist der Vorwurf, ich würde mich nicht für Ausschüsse aufstellen lassen.

 

Dieser Punkt ist schlichtweg erlogen. Ich habe lediglich den alternativen Vorschlägen meiner Kollegen zugestimmt, die andere Kandidaten für qualifizierter hielten. Den Ausschuss Jugendhilfe hätte ich wählen können, das ist mir anzulasten. Doch wenn ein Ausschuss so dermaßen überspitzt ins negative Licht gedrückt wird, dass es für Neulinge in der Partei eine fast unzumutbare Aufgabe wäre, kein Weitere sich dazu bereit hätte erklären wollen und sich selbst damit überfordern würden, habe ich aus diesen Gründen den Ausschuss nicht angenommen. Dies könnte von meiner Seite her ein Fehler gewesen sein.

 

 

 

Doch auch als Stellvertreter in den Ausschüssen Soziales, Rechnungsprüfung, sowie Schul- und Sport hätte ich gute Sachanträge vorgetragen können und den anderen Parteien sicherlich auch Kopfzerbrechen bereitet. Dieses bleibt mir nun verwehrt.

 

 

 

Wir Drei hätten vieles bewegen und die Wünsche der Bürger erfüllen können.

 

Wir hätten Lübeck wieder zu einer besseren Stadt machen können.

 

Wir hätten die Schulden reduziert.

 

Lübeck wäre durch uns wieder sicherer geworden.

 

Wir waren die 3 gewählten.
Uns Dreien hat man vertraut.

 

 

 

 

 

Sie fragen sich, warum ich freiwillig gegangen bin? Meine Damen und Herren, dies kann ich Ihnen ganz leicht beantworten. Ich wollte der neuen Fraktion keine Zeit rauben, in dem diese mich dann mit 2/3 Mehrheit abgewählt hätten, welches mit Herrn Jenniches und Herrn Steffen geschehen wäre, wo sie diese Zeit sinnvoller in die Fraktionsarbeit für die anstehende konstituierende Sitzung in der Bürgerschaft einsetzen könnten. Des Weiteren wurde mir gedroht, sollte ich deren Wunsch nicht nachkommen, mir ein Partei-Ausschluss-Verfahren anzuhängen. Dieses kann nicht im Interesse der Mitglieder der AfD sein. Es tut mir außerordentlich Leid, dass es keine andere Einigung gab und ich euch Wähler enttäuschen muss.
Sie haben die Entscheidung, sich eine eigene Meinung über mich, der neuen geänderten Fraktion und der AfD zu bilden.

 

 

 

Ich, Marcel Enzmann, wünsche der Fraktion dennoch für die 5 Jahre eine gute Arbeit in der Bürgerschaft.

 

 

 

Es grüßt Sie herzlichst

 

 

 

Ihr Marcel Enzmann

PS: Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung